Demonstration in Merseburg unter dem Motto „Merseburg, nicht dein Image, sondern Menschen leiden!“ am 10.12.2016

Vorbehaltlos unterstützenswerte Demonstration am 10.12.16 in Merseburg! Der Aufruf der Gruppe:

Merseburg, stell dir vor:
– deinem Mann wird mitten am Tag auf dem Heimweg in den Kopf geschossen
– jeden Abend stehen vor deiner Haustür pöbelnde Nachbarn, weil sie dich nicht leiden können
– dein Sohn ist auf dem Weg zum Zug und wird grundlos mit einer Bierflasche attackiert
– deine Familie wird in ihrer Wohnung überfallen, auch dein Kind wird verletzt und muss deswegen stationär im Krankenhaus behandelt werden
– deiner Tochter werfen in der Nacht Unbekannte einen Pflasterstein durch das Zimmerfenster
– dein Bruder geht zum Amt und wird bei einer fraglichen Ausweiskontrolle vom Sicherheitspersonal zusammengeschlagen

und jetzt stell dir vor:
Niemanden interessiert`s!

Merseburg, eine Stadt, in der in den letzten Jahren rassistische und rechte Gewalt auf der Tagesordnung stehen. Eine öffentliche Skandalisierung der (oben genannten) Vorfälle bleibt aus, Betroffene werden mit dem Erlebten allein gelassen, öffentliche Debatten über ein offensichtliches Rassismusproblem werden nicht geführt. All dies erzeugt ein Klima, in dem Gewalt legitimiert wird und Anfeindungen und Ausgrenzungen den Alltag bestimmen.

Merseburg, willst und kannst du das so hinnehmen?
Es ist längst an der Zeit, rechte Gewalttaten als solche zu benennen, dem Hass entgegenzutreten und sich mit Betroffenen zu solidarisieren!

Wir wollen keine geheuchelte Imagepolitik. Wir stehen Betroffenen rassistischer Anfeindungen zur Seite und fordern von der Stadt klare Haltung gegen Rassismus.

Demonstration:
10. Dezember 2016, 11:30 Uhr Bahnhof

Infos: fb.com/Merseburgweninteressierts

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Nazis in die Schranken weisen! – Dem rechten Pseudo-Gedenken in Merseburg ein Ende setzen!

Am 18.06.2016 ist es wieder soweit. Merseburger Neo-Nazis wollen erneut die Ereignisse rund um den 17.Juni 1953 für ihre Zwecke instrumentalisieren. Sie wollen sich „gegen ihre Politik der Unfreiheit und Unterdrückung“ wehren, wie es im Mobitext des rechtsradikalen „Kollektiv Mitteldeutschland“ heißt. Man müsse seine „Freiheit“ erkämpfen und, es wird noch paradoxer, gegen die „Verdummung und Manipulation“ des deutschen Volkes auf die Straße gehen. Die Hobby-Freiheitsbringer vom „Kollektiv Mitteldeutschland“ spielen sich als erleuchtete Aktivisten auf, die das „deutsche Volk“ von Unterdrückung, Verdummung und allgemein aus ihrer Unfreiheit befreien wollen und wähnen sich in der Tradition der Protestler*innen vom 17. Juni 1953. Als Alternative können sie, wie es auch zu erwarten war, nur ein System anbieten, welches auf Totalitarismus und reaktionärem Gedankengut basiert. Es ist klar zu erkennen, dass die Rechtsradikalen den 17. Juni 1953 als Sprungbrett für ihre Ideologie verwenden wollen und sich keinesfalls als Kämpfer für Freiheit, gleiche Rechte etc. bezeichnen können.

Die vorherigen Demonstrationen in Merseburg konnten in vielen Fällen gestört und teilweise effektiv blockiert werden. 2014 gelang es, die Neo-Nazis komplett zu blockieren und sie am Bahnhof festzusetzen. Sichtlich gefrustet und enttäuscht von der eigenen Führungsriege, die es ziemlich leicht machte, den Auflauf zu blockieren, zogen sie wieder ab. 2015 wurden die Provinz-Nazis kreativ. Zwei Routen wurden angemeldet und es wurde sich Christian Worch, der Bundesvorsitzende der rechtsradikalen Kleinstpartei „Die Rechte“, mit ins Boot geholt. Auch diese Demo verlief nicht gut für die Neo-Nazis. Stellenweise bildeten sich Sitzblockaden und die beiden Aufmärsche konnten ebenfalls anderswertig gestört werden. 

 

Das „Kollektiv Mitteldeutschland“, welches die diesjährige Demonstration organisiert, ist eine relativ junge und unerfahrene Neo-Nazi Gruppierung, die froh ist, wenn sie das Wort „Treffpunkt“ nach mehreren Flyer-Versionen fehlerfrei hinbekommt. Bis auf mehrere Versuche in der Straßenkunst in Form von Schmiererein und einer nicht einwandfrei funktionierenden Demo, war das „Kollektiv Mitteldeutschland“ eher inaktiv. Als Redner lädt sich das „Kollektiv Mitteldeutschland“ Alexander Kurth (Die Rechte), Michel Fischer (Die Rechte), Robert Klug (Neo-Nazi Aktivist aus Bitterfeld) und Jennifer Rodrian (Neo-Nazi Aktivistin aus Bitterfeld) ein. Welche Qualität die Demonstration haben wird, bleibt abzuwarten. 

 

Wir rufen dazu auf, am 18.06.2016 mit allmöglichen Mitteln und Aktionsformen den Aufmarsch der Neo-Nazis zu stören und im besten Fall gänzlich zu verhindern! 

Nazis in die Schranken weisen! Dem rechten Pseudo-Gedenken am 18.06.2016 in Merseburg ein Ende setzen!

Schluss mit der Hetze! Demonstration des „Kampfbündnis Mitteldeutschland“ verhindern!

In Merseburg versuchen Nazis und restliche rechte Hetzer seit Jahren eine No-Go-Area für Menschen zu errichten, die nicht in ihr menschenverachtendes Bild passen. Am 30.September diesen Jahres wurde ein Mann aus Somalia mit einem Luftgewehr angeschossen und dabei am Hinterkopf verletzt. Keinerlei Reaktion der Merseburger Bürger und der Täter oder die Täterin ist immer noch auf freiem Fuß. Dies ist nur ein Beispiel für die in Merseburg grassierende rechte Gewalt. Ständige Angriffe auf Geflüchtete und Menschen mit Migrationshintergrund, Attacken auf Büros diverser Parteien, rechte Graffiti und Sticker, die Liste lässt sich beliebig fortführen. Es ist eindeutig, dass Merseburg ein Problem mit Rechten hat und die Nazis sich wie im gemachten Nest fühlen.

Seit bekanntgegeben wurde, dass im Merseburger Stadtteil West eine vorläufige Notunterkunft für geflüchtete Menschen in der ehemaligen „Gagarin-Schule“ errichtet werden soll, erleben die Merseburger Rechten einen Aufschwung. Versuchte und teilweise gelungene Anschläge auf die Notunterkunft, Verfolgung und Beschattung der geflüchteten Menschen, tägliche „Spaziergänge“ vom rassistischen Westmob gegen die Notunterkunft und einmal wöchentlich stattfindende Demonstrationen in Merseburg-West, wo der Mob, der aus Wutbürgern und lokalen Nazis besteht, von zugereisten Nazis unterstützt wird. In West konstruiert sich so langsam eine Volksgemeinschaft in Kleinform. Wer vom Mob als nicht passend deklariert wird, muss damit rechnen, gewaltsam oder andersartig angegangen zu werden. Die Lage im Merseburger Westen ist mehr als beunruhigend und wird sich wohl weiterhin zuspitzen.

Die rechtsradikale Gruppe „Kampfbündnis Mitteldeutschland“ (früher „Division Merseburg-Leuna“), die sich bis jetzt nur durch Facebook-Beiträge und schlechte Schmierereien in der Innenstadt von Merseburg in die Öffentlichkeit wagte, will sich jetzt am 14.11.2015, 12 Uhr, am Merseburger Bahnhof zur Demonstration unter dem Motto „Wir retten unser Land!“ treffen. Die Demonstration vom Kampfbündnis Mitteldeutschland dient offensichtlich zur Verschärfung der rassistischen Stimmung und zum Sprung aus der eigenen Bedeutungslosigkeit.

All diese Dinge beweisen, dass antifaschistische Intervention in Merseburg nach wie vor dringend nötig ist und sich die Lage in Merseburg immer weiter verschlechtert.

Kommt am 14.11. nach Merseburg und versaut den Wutbürgern, Nazis und restlichen Elendsgestalten die Show!

 

Rassistische Zustände in Merseburg West

In Merseburg West machen Nazis und Bürger_innen gegen eine geplante Flüchtlingsnotunterkunft mobil. Hierfür wurden bei einer nächtlichen Aktion Zettel in Briefkästen verteilt und öffentlich ausgehängt, auf denen zu Protesten aufgerufen wird. Es werden völlig haltlose Szenarien von steigender Kriminalität und Gewalt gegen Ältere und Kinder beschworen, um Ängste zu schüren und rassistische Hetze zu legitimieren.

Merseburg-West ist ein Viertel, in dem größtenteils rassistische Grundstimmung herrscht. Dass es eine relativ sozialschwache Gegend ist, schürt das Feuer nur an. Die Leute haben Angst um das wenige Geld, was ihnen zur Verfügung steht und nehmen vereinfachte Erklärungen für ihre prekäre Situation dankend an. Es ist nun mal einfacher Schuldige zu suchen, anstatt das eigentliche Problem zu erkennen und zu bekämpfen.

Seitdem bekannt gegeben wurde, dass im Merseburger Westen eine Notunterkunft für Flüchtlinge errichtet werden soll, kommen rassistische und nazistische Gestalten wieder vermehrt in der Stadt zum Vorschein. Es gab bereits mehrere Aktionen gegen die ehemalige Gagarinschule. Bspw. wurden Scheiben eingeschlagen, Facebookseiten („Wir wollen keine Asylanten in Merseburg” u. „Gegen Asyl Heim in Merseburg West”) erstellt, erwähnter Handzettel wurde verteilt und am 19.09. versammelten sich circa 60 Nazis und rassistische Bürger_innen in der Nähe der Gagarinschule, also dort, wo die Unterkunft im Notfall errichtet werden soll. Ebenfalls anwesend war der NPD-Bürgermeisterkandidat Volkmar Neugebauer. Der Mob musste sich nach kurzer Zeit jedoch wieder auf Drängen der Polizei auflösen. Der Handzettel, welcher unter dem Beitrag zu sehen ist, benutzt die übliche, schwache Pseudo-Argumentation, wie man sie bereits zuhauf aus anderen Sädten und dem Internet kennt. Es wird versucht Ängste zu schüren und falsche Informationen zu verbreiten, wie z.B., dass es ein Asylbewerberheim werden soll oder dass die Kriminalitätsrate in Orten mit genannten Einrichtungen, allgemein in Gegenden, in denen sich Flüchtlinge aufhalten erheblich zunimmt.

Dabei handelt es sich bei der geplanten Notunterkunft nicht um ein festes Heim für Asylbewerber, wie die Mitteldeutsche Zeitung auf Nachfrage herausfand, sondern um eine kurzzeitige Bleibe, jedoch nur, wenn die Flüchtlingszahlen ansteigen sollten.

Es gilt den weiteren Verlauf zu beobachten. Auf Facebook gibt es bereits öffentliche Diskussionen, bei denen gefordert wird, dass eine Demo oder eine erneute „Bürgerversammlung“ abgehalten wird. Der Mob wird keine Ruhe geben und dass es keine Berührungsängste zu organisierten Nazis gibt, wurde bereits bewiesen.

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Rechter Angriff endet im Krankenhaus // Opfer nach Tritten gegen Kopf kurzzeitig bewusstlos

Gemeinsame Pressemitteilung der Betroffenen des Angriffs und der Koordinierungsstelle des „Netzwerks Weltoffener Saalekreis“

 

Im Geusaer Ortsteil Atzendorf (Merseburg) wurde ein 29Jähriger in der Nacht zum Sonntag (19. Juli 2015) von zwei männlichen Personen angegriffen und verletzt. Der Betroffene erlitt nach Schlägen und Tritten mehrere Prellungen und Platzwunden, verlor für kurze Zeit das Bewusstsein und musste nach dem Angriff im Krankenhaus versorgt werden. Vor der Attacke waren die Angreifer auf ihr späteres Opfer aggressiv losgegangen. Sie bezeichneten ihn als „Zecke“ und fragten ihn u.a.: „Bist du ein scheiß Linker, oder was?“

Der Betroffene und eine schwangere Bekannte kamen etwa 01.00 Uhr vom Atzendorfer Teichfest. Die späteren Angreifer – in Begleitung von zwei Frauen – machten sich in Atzendorf an einem Verkehrsspiegel zu schaffen und wollten diesen abreißen. Nach der Aufforderung, das zu unterlassen, sonst würde man die Polizei rufen, näherten sich die Angreifer dem 29Jährigen. Mit den Fragen, ob er eine „Zecke“ oder ein „scheiß Linker“ sei, wurde die Stimmung schnell aggressiver. Der 29Jährige antwortete auf die Fragen nicht. „Bist du für oder gegen Kanaken, Türken, Ausländer, Asylanten?“, wollten die Angreifer zunehmend aggressiver von dem 29Jährigen wissen, um seine politische Meinung einzuordnen.

Nach der Drohung: „Alter, hau ab sonst kriegste auf`s Maul!“ schlug einer der Angreifer auf den Betroffenen ein. Als dieser dann am Boden lag traten beide Angreifer laut Zeugin bis zu zehnmal gezielt auf den Kopf des Mannes. Dabei hielt einer der Beiden das Opfer nochmals hoch, damit der andere Angreifer gezielt zutreten konnte. Als die Angreifer und deren Begleiterinnen den Angriffsort verließen war der Betroffene kurzzeitig bewusstlos, wie dessen Begleiterin feststellen musste. Durch Rettungskräfte wurde er anschließend ins Krankenhaus gebracht. Die Folgen: mehrere Hämatome und Schürfwunden an Kopf und Körper und ein Augenlied musste genäht werden.

Die Begleiterin des Opfers, die den Angriff mit ansehen musste, steht auch am Folgetag noch unter Schock. Die rechte Motivation, die aus den Aussagen der Angreifer zu entnehmen war, findet in der Polizeipressemitteilung keine Erwähnung, obwohl sie das vor Ort bereits zu Protokoll gegeben habe, beklagt die Zeugin.

Wenige Stunden später sei die Polizei im Bereich des Teichfestes wieder im Einsatz gewesen, wie weitere Zeugen berichten. Mindestens einer der vorherigen Angreifer soll gemeinsam mit weiteren Personen nochmals in Auseinandersetzungen verwickelt gewesen sein. Schon vor dem Angriff auf den 29Jährigen sahen sich nicht-rechte Jugendliche am späten Abend gezwungen, das Teichfest nach verbalen Anfeindungen von Rechten und Neonazis zu verlassen

(Quelle)

Verdrängung von alternativen Jugendlichen aus dem ‚Wärmi‘

Am 16. Juli 2015 wollten 3 jugendliche Menschen aus Merseburg in den Studentenclub „Wärmi“, um zu feiern. Da es in Merseburg keinen linken Freiraum gibt, mussten die Jugendlichen auf einen scheinbar alternativen Ort zurückgreifen, der sich auf dem Campusgelände der Hochschule Merseburg befindet. Dieser Studentenclub entlarvte sich später als alles andere als alternativ.

Gleich nach ihrem Eintreffen mussten sie die ständigen Provokationen einer vermeintlich feindlich gesinnten Person ertragen (anfangs nur durch aggressiven Blickkontakt), die sich später als Patriot outete. Im weiteren Verlauf des Abends wurde das Barpersonal, dass sich kumpelhaft mit der Person unterhielt, auf die Person aufmerksam und versuchte auf ihn einzureden. Obwohl das Barpersonal an einer Deeskalation interessiert war, ging es trotzdem unverhältnismäßig hart gegen die Jugendlichen vor, während die sich selbst als „Patriot“ bezeichnende Person mit ihren Provokationen fortfuhr, ohne ernsthafte Konsequenzen zu erfahren. Die Jugendlichen wurden ständig vom Personal aufgefordert, keine Unruhe in den Club zu bringen, während im Hintergrund Rufe wie „antideutscher Dreck“ vom Patrioten zu vernehmen waren. Die Provokationen nahmen kein Ende, die Jugendlichen waren an einer ernsthaften Diskussion interessiert, welche auf Grund der aggressiven Grundstimmung nicht möglich war. Letztendlich wurden die Jugendlichen vom Personal aufgefordert, das Gelände zu verlassen, während der Patriot immer aggressiver wurde. Die Jugendlichen ließen sich das nicht länger bieten und erwiderten die Beschimpfungen. Als die Jugendlichen schlussendlich bemerkten, dass es keinen Sinn mehr hat, sich mit dem Patrioten und dem Barpersonal zu befassen, wollten sie das Gelände verlassen. Obwohl die Jugendlichen den Club freiwillig verließen, griff das Barpersonal zum Handy und telefonierte mit einer unbekannten Person. Wie sich später erwies, wurde die Polizei kontaktiert. Die Jugendlichen wurden von zwei Streifen der Polizei abgefangen und kontrolliert. Für die Jugendlichen gab es zwar keine Konsequenzen, die Polizist_innen verließen sich trotzdem auf die Aussage der Personen im Wärmi und meinten, dass die Jugendlichen für Unruhe im Studentenclub sorgten.

 

Wie sich zeigte, ist das „Wärmi“ kein Rückzugsort für alternative Jugendliche, da dass Barpersonal alles daran setzte, die Jugendlichen zu vertreiben und rechte Personen dort scheinabr Hausrecht haben. Das Barpersonal tolertiert rechte Personen und sympathisiert mit diesen, dass sich kumpelhaft mit dem „Patrioten“ unterhalten wurde, untermauert diese Behauptung nur. Wer das Wärmi als alternativer Mensch besuchen will, sollte sich darauf gefasst machen, von Rechten angegangen und vom Barpersonal verdrängt zu werden.

(Quelle: Indymedia )

Edit:

Dieser Kommentar erreichte uns Kurz nach der Veröffentlichung des Artikel :

“Heute (19.07.) Nacht um ca. 2:30 kam es zu folgendem Vorfall in Merseburg, auf dem Campus der Hochschule vor dem Wohnheim an der HS:
Eine Gruppe offensichtlicher Nazis stand laut schreiend auf der Straße vor dem Wohnheim (welches von vielen internationalen Studenten bewohnt wird). Gebrüllt wurde beispielsweise „Wenn ich Politiker wäre, würde ich euch das hier alles verbieten, ihr habt das gar nicht verdient!“ Es folgten noch unverständliches Gebrüll und Beleidigungen, offensichtlich gegen linke und internationale Studenten gerichtet. Dass es zu keinen Handgreiflichkeiten kam ist wohl nur dem Umstand zu verdanken, dass glücklicherweise gerade diese Nacht niemand draußen feierte oder unterwegs war.“

Just do it. Again! Nazidemo in Merseburg blockieren!

Provinzstadt Merseburg. An Mauern tauchen regelmäßig neue Nazischmierereien auf, Aufkleber mit nazistischem Inhalt kleben an den Ampeln und Laternen, rassistische Pöbeleien und Angriffe sind Alltag. Nazis dominieren das Stadtbild nach wie vor. Am 20. Juni wollen sie hier wieder aufmarschieren und sich als Hegemonialmacht präsentieren.

 

Neue Strukturen…

Seit 2011 marschieren Neonazis jährlich durch Merseburg und inszenieren sich als Kämpfer für die Freiheit. Sie nehmen den Arbeiteraufstand vom 17.Juni 1953 zum Anlass, um gegen Flüchtlinge, Europäische Union und Antifaschisten zu hetzen. Nachdem die Demo im letzten Jahr erfolgreich blockiert werden konnte, wurden für dieses Jahr zwei Routen angemeldet. Jedoch nicht, wie die Jahre zuvor, von der lokalen Kameradschaftstruktur, sondern von Christian Worch, dem Bundesvorsitzenden der Partei „Die Rechte“. Seine Partei hat ein Auge auf Sachsen-Anhalt geworfen. In Regionen, in denen zukünftige Asylbewerberheime brennen, sieht man Potential. Zur Landtagswahl 2016 soll sie hier antreten und mit erfolgreichen Demos malt sie sich wohl bessere Chancen aus. Doch nicht nur Die Rechte baut sich hier auf, auch die bayrische Neonazipartei „Der III. Weg“ wird in der Gegend aktiv. Im April 2015 wurde der „Stützpunkt Mittelland“ für den Raum „Leipzig, Halle, Merseburg und Umland“ gegründet.   

 

Die Freiheit, die sie meinen…

Der Aufruf in diesem Jahr macht deutlich für welche Freiheit die Nazis auf die Straße gehen wollen. Das diesjährige Motto „Rede & Meinungsfreiheit erkämpfen“ versucht an den rechten Redefreiheitdiskurs von Montagsmahnwachen, PEGIDA und LEGIDA anzuknüpfen, um so mehr Teilnehmer zu gewinnen. Wenn diese Gruppierungen den Mund aufmachen, hört man nichts als plumpe, rassistische und antisemitische Stimmungsmache. Sowas wird dann als Meinungsfreiheit gedeutet. 
Getreu der Stammtischparole „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen“ stellt man sich als Opfer der Justiz dar. Die Spitze des Eisberges der „Unfreiheit und Unterdrückung“ des deutschen Volkes finde sich in der juristischen Verfolgung von „Meinungsdelikten“. Dabei ist klar was eigentlich gemeint ist. Die Nazis kämpfen in Merseburg für die Freiheit ungestraft den rechten Arm zu heben, „Sieg Heil“ zu schreien und gegen alles zu hetzen, was für sie nicht zur deutschen Volksgemeinschaft gehört. 
Volksverhetzung ist ein fester Bestandteil nationalistischer Politik: Die aggressive Abgrenzung gegen alles Fremde und alles, was der nationalen Homogenität nicht freundlich gesinnt ist, soll volksgemeinschaftliche Identität nach Innen schaffen. Die Selbstermächtigung, den Willen der Volksgemeinschaft durchzusetzen, ist das, was sie unter Freiheit des deutschen Volkes verstehen. Für die Folgen dieser Selbstermächtigung sind Bitterfeld und Tröglitz nur zwei Beispiele unter vielen.

 

Nationalisten stoppen…

Wir gönnen den Nazis keinen Erfolg. Nicht beim Aufbau einer Volksgemeinschaft und nicht beim Abstauben von Wahlkampfmitteln. Wenn die Partei Die Rechte am 20. Juni, gemeinsam mit den regionalen Kameradschaften, durch Merseburg marschieren will, werden wir sie blockieren! Kommt nach Merseburg und macht ihre Demo erneut zum Desaster!  

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